Marc Tönsings Visionen

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    27 Kommentare

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  • Spielspaß: Bewertung von Spielen

    Spielspaß

    Was heute Onlinespielemagazine machen, mussten früher die Spielemagazine am Kiosk erst etablieren: Bewertungssysteme für den Spaß beim Spielen. Mal gehen sie von 1 bis 10 oder nach Schulnote oder der Klassiker: Prozentangaben. Wieso kommen Bücher, Filme, Lebensmittel und alle anderen Konsumgüter ohne diese Bewertung aus und werden trotzdem jeden Tag gekauft? Oder brauchen wir dieses Verfahren wie bei “Stiftung Warentest” für Spiele letztendlich doch?

    Duke Nukem 3D bekommt 1996 nur 73% Spielspaß

    DN3D bekommt 1996 in der PowerPlay 73% Spielspaß via kultboy.com

    Der Ursprung der Spielespaß-Wertungen bei Rezensionen gab es bei Videospielen schon bei der Zeitschrift Video Games und auch viel länger bei Computerspielezeitschriften. Eine Erklärung für solche Wertungssysteme die auf Zahlen beruhen ist vielleicht die technische Herkunft des Mediums “Computerspiel”. Die Redakteure damals waren vermutlich genau so wie die Spieler Technikfreaks. Das merkt man vor allem an den sehr technisch-geschriebenen Reviews von damals. Und da liegt es nahe Testergebnisse in die Welt der Zahlen zu quetschen die man später vergleichen und Statistiken anfertigen kann. Hier für spricht auch, dass viele Zeitschriften regelmäßig solche Statistiken abgedruckt haben.

    Schon 1986 gab es in der Happy Computer solche Bewertungen

    Schon 1986 gab es in der Zeitschrift Happy Computer Bewertungen Quelle: maniac

    Vielleicht hat man sich auch gedacht, dass die damals eher jungen Leser einen Gegenwert dafür haben wollen, dass die Redakteure die Spiele kostenlos anspielen dürfen. Eine 90% oder einer 1- im Schulnotensystem lassen sich viel besser greifen als ein Fazit in dem steht: “Das Spiel ist sehr gut und besser als Spiel XY”. Zudem sind Videospiele im Verhältnis zu Büchern und Filmen ziemlich teuer. Nicht nur das Spiel selber sondern auch das komplette Equipment was dafür nötig ist um es überhaupt spielen zu können muss bezahlt werden. So muss ein Wing Commander 3 – Heart of the Tiger schon mindestens 80% abräumen, damit sich die 8 MB Arbeitspeicher mehr für 500 DM und das teure CD-ROM auch wirklich gelohnt haben. Und was ist mit dem Faktor Zeit? Manche Magazine haben sogar ihre Wertungen im Lauf der Seite angepasst um den inflationären Wertungen entgegen zu wirken. Denn wurde erstmal ein Spiel mit 97% bewertet wie damals von der Video Games “Super Mario World 2 – Yoshi’s Island” auf dem SNES  dann bekommt man bei dem nächsten Hit-Spiel schon Probleme wenn das wider Erwarten noch besser gewesen ist.

    Fable 2 bekommt 2008 eine 8.5 von 10 Punkten

    Fable 2 bekommt 2008 eine 8.5 von 10 Punkten

    Seiten wie MetaCritic.com oder GameRankings.com rechnen alle Wertungen der wichtigen Online-Magazine zusammen und stellen so eine nach durchschnittlichen Wertungen geordnete Liste zu Verfügung. Nun stellt sich die Frage, ob dieses System in Zeiten bei denen das Medium Videospiel immer mehr verschiedene Gruppen von Leuten wie Nichtspieler, Frauen, Hardcore-Gamer, Gelegenheitsspieler usw. anspricht überhaupt noch eine Relevanz hat. Denn eigentlich ist der Spaß den man beim Spielen empfindet – oder eben nicht – eine durch und durch subjektive Angelegenheit. Jedoch ist es meistens so, dass die größten Online-Magazine in etwa gleiche Bewertungen vergeben. Gamespot und IGN liegen immer relativ dich beieinander. Das sind dann immerhin zwei Meinungen von Leuten, die das Spiel schon mal gespielt haben und es vor allem in Relation zu anderen Titeln setzten können.

    Unterschiedliche Layout aber das Prinzip ist das selbe

    Unterschiedliche Layouts aber das Prinzip ist das immer das selbe

    Vielleicht ist der wichtigste Grund der Daseinsberechtigung auch die Einfachheit des Systems. Es ist ziemlich simpel eine Zahl unter eine Spielerezension zu schreiben aber relativ schwer ein gute Begründung für diese Wertungen zu formulieren. Im Grunde liegt es am Leser selber wie stark ihn diese Wertung beeinflusst. Denn es ist ja nicht so, dass die Redakteure der Onlinemagazine zu den Zahlen keine Texte schreiben.

    Irgendwie kommt mir dieses Level bekannt vor...

    Spiele wie Braid hätte ich ohne die hohe Wertung von 9.5 nicht mal angespielt

    Wertungen sind für mich persönlich dennoch ein guter Anhaltspunkt. Hat ein Spiel 9/10 oder höhe bekommen, dann lese ich mir zumindest den entsprechenden Review durch. Und umgekehrt ignoriere ich alle Spiele unter 7/10 Punkten komplett. Zusätzlich benutze ich nur ein einziges Online-Spielemagazin als Referenz und kenne mittlerweile die Autoren und ihre Vorlieben sehr gut und weiß, dass diese sich mit den meinigen weitestgehendst decken. Denn wie will man ein Spiel wie Braid oder andere Indepenent-Spiele in ein Bewertungsraster drücken? Oder den Spaß, den man mit seinem ersten Videospiel gehabt hat – egal wie schlecht es gewesen ist.

    Spielspaß aus der Hölle: Alex Kidd in Miracle World

    Ich musste zum Beispiel “Alex Kidd in Miracle World” spielen – und fand es trotzdem gut. Heute weiß ich, dass das Spiel aus der Hölle kommt. So wie der Angry Video Game Nerd von Screwattack Michael Jackson’s Moonwalker auf dem Sega Mega Drive auseinander nimmt würde ich gerne Alex Kidd die kleinen Arme verbal ausreißen. Obwohl: Noch schlimmer als Michael Jackson’s Moonwalker auf dem MegaDrive ist Michael Jackson’s Moonwalker auf dem Master System II gewesen. Glaubt mir. Ich weiß wovon ich rede. Hätte ich damals bloß schon die Reviews gelesen.

    Weiterführende Links

    • Interview mit Gunar Lott auf – grindthatauthority.de
    • Was sind 80% noch wert? – derWesten.de
    • Der Spieletest ist tot von Boris Schneider-Johne - dreisechzig.net
    • Stürme in Wassergläsern von Gunar Lott - kaliban.de
    • Score this! Die Fabel vom Bewerten – coldheat.de

    Weiterführende Artikel

    • Verbalisierung von Numeralen
    • Wrath of the Lich King
    • Video Games Magazin
    • GEE Magazin
    • Nachtelf-Irokese
  • 27 Antworten zu “Spielspaß: Bewertung von Spielen”

    1. chrismue sagt:
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      29. Januar 2009

      Hat ein Spiel 9/10 oder höhe bekommen, dann lese ich mir zumindest den entsprechenden Review durch. Und umgekehrt ignoriere ich alle Spiele unter 7/10 Punkten komplett.

      Dies ist überhaupt ein Grund gewesen Zahlen unter die langen Texte zu platzieren. Wer wirklich frühe Reviews findet, wird keine Zahlen sehen, nur eben lassen sich so keine Leser ködern. Ein US-Magazin hatte Ende der 90er kurzzeitig alle Zahlen rausgeschmissen und sehr detailierte Texte reingenommen. Die Leser waren empört und die Verkäufe blieben aus. Es hat auch viel damit zu tun, wie das Review dieses Mediums gewachsen ist und zwar primär mit relativ jungen Lesern, die mehr mit Zahlen und weniger mit Worten anfangen konnten/können.

      Ich halte Zahlen für weit überholt, da Videospiele wie kein Medium zuvor in Genre und Konzept variieren. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Zu Power Play Zeiten hat das noch funktioniert, da es wenige Genres und eine ganz klare Demografie gab. 2009 jedoch hat solch ein Bewertungssystem locker 10 Jahre ausgedient.

      Mein einziger Gradmesser für den Kauf neuer Spiele ist ein Internetforum. Da fallen die Reviews manchmal kurz aus (“this sucks”) aber alle die dort schreiben treffen zu 120% meinen spielerischen Geschmack. Nur sowas ist für mich noch ein funktionierender Gradmesser. Glücklicherweise hat ein Review generell 2009 weniger Bedeutung denn je. Dank YouTube und Demo-Versionen, darf man sich mehr denn je einen eigenen Eindruck verschaffen, der über einen Wortfetzen und eine Zahl hinaus geht.

      Meine Antipathie gegen Reviews ist auch begründet auf die Demografie aktueller Tester, aber das ist jetzt ein völlig anderes Thema :)

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      • Marc sagt:
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        29. Januar 2009

        Ein gutes Beispiel ist “The Maw”. Das Spiel wurde durchweg mit 7/10 bewertet. Also relativ schlecht. Ich habe es dennoch gekauft weil der Anfang gut ist und die Charaktere sympatisch. Leider baut das Spiel gegen Ende enorm ab. Das kann ich ohne Review nicht wissen und dabei ist The Maw nur ein sehr kurzes Spiel. Eine 7/10 sagt einfach mehr aus als jeder lange Text. Ich hätte es mir dann nicht gekauft.

      • chrismue sagt:
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        29. Januar 2009

        Reine Neugier noch. Welches Online-Magazin ist denn für dich aktuell diese angesprochene Referenz?

      • Marc sagt:
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        29. Januar 2009

        Gamespot.com

      • JTR sagt:
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        29. Januar 2009

        Eine Site die ganz bewiesen nicht objektiv ist? Entliess doch Gamespot ein langjährigen Redakteur weil er das Spiel eines Werbepartners (meines erachtens zurecht) zerissen hat!

      • JTR sagt:
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        29. Januar 2009

        Hier der Link zu der Schande von Gamespot, oder wie man das ganze auch immer nennen will: http://kotaku.com/gaming/rumor/gamespot-editor-fired-over-kane–lynch-review-328244.php

        Und seit ein Gamestar Redakteur offen gesagt hat was Sache in der Branche ist, dass es nur noch Preview Versionen mit entsprechenden Wertungsgarantien gibt, kann ich die ganzen professionellen Presse im Spielebereich nur noch bedingt ernst nehmen. Viel aussagekräftiger finde ich die gesammelte Meinung von Spielern selber.

    2. JTR sagt:
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      29. Januar 2009

      Da lobe ich mir Magazine wie die Gee die komplett auf eine Wertung verzichten. Wenn ich ein Review schreibe mache ich es auch so. Ich halte es einfach so, dass ich versuche wirklich den Inhalt, die Atmosphäre etc. bestmöglich zu umschreiben und wenn möglich mit anderen bekannten Titel zu vergleichen, sofern möglich.

      Ich weiss aber auch, dass grad bei grossen Magazinen oft die Wertung angeglichen wird, wenn sie von anderen Magazinen zu weit abweichen, ausser man entscheidet sich explizit davon abzuweichen. Die Versuchung rüber zu “spicken” was der andere geschrieben hat, ist sehr gross, schliesslich will man sich keine Blöse geben.

      Antworten
      • Marc sagt:
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        29. Januar 2009

        Das Blogs usw. keine Wertungen geben ist klar. Wäre auch irgendwie lächerlich. Es geht mehr um die Hand voll Hauptmagazine die das noch machen.

    3. Tobi sagt:
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      29. Januar 2009

      Gabs auch mal ein Interview mit dem Herrn Lott zu dem Thema.

      Antworten
      • Marc sagt:
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        29. Januar 2009

        Cool. Danke. Habe es jetzt auch im Artikel verlinkt!

    4. herm sagt:
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      29. Januar 2009

      wer alex kidd etwas antun will, tut auch mir etwas an – also nimm dich in zukunft im dunkeln in acht!

      Antworten
      • Marc sagt:
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        29. Januar 2009

        Herm, bei aller Liebe: Alex Kidd in Miracle World ist ein Alptraum von einem Videospiel: Die Musik, das Level”design”, das Glückspiel bei jedem Bosskampf (Stein, Schere, Papier)… man, man. Das war echt die Hölle

    5. Score this! Die Fabel vom Bewerten von Spielen - coldheat.de sagt:
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      30. Januar 2009

      [...] Bewertung von Computer- und Videospielen ist und wird ein ewiges Thema bleiben. Marc versucht den Sinn dieser kleinen Ziffern zu finden, die immer als fixes Urteil gelten sollen. Das Medium [...]

      Antworten
    6. Arkion sagt:
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      1. Februar 2009

      Meiner Meinung nach kann ein Spielerezensionist eh nur drei Meinungen aussprechen und die lauten “Schaut euch das Spiel mal an”, “Vergesst dieses Spiel” oder “Das müßt ihr euch unbedingt anschauen”… und trotzdem heißt es lange noch nicht das einem das jeweilige Spiel dann auch gefällt oder nicht gefällt.

      Wertungen in denen technische Aspekte (so lange es sich nicht um Bugs handelt) sind eh für die Katz. Wer einen Civilization 3 irgendwas mit 70% gibt und dem nächstem längst vergessenen Ego Shooter mehr, weil dort die technischen Standards eingesetzt werden, hat eh gehörig einen an der Klatsche (Gamestar).

      Dinge aus der Unterhaltungsindustrie kann man eh nicht mit Prozenten/Punkten/Sternen/Noten bewerten weil der eigene Geschmack letztendlich darüber entscheidet was man gut findet. Egal ob Kunst (ja das gehört auch zur Unterhaltung), Theater, Filme, Musik…

      Was man letztendlich zählen könnte sind besondere Auszeichnungen, aber selbst da muss mir das X Award Spiel nicht zwangsläufig gefallen (man findet Film X ja auch nicht automatisch gut, weil er so und so viele Oscars bekommen hat)

      Letztendlich ist die Noten-Etikettierung auch einfach eine Zusage an die Magazin/Webseiten Leser die zu dumm sind die Essenz aus dem Text zu ziehen, oder die einfach den Schwanzvergleich brauchen um ihr Lieblingsspiel vor anderen ins bessere Licht zu rücken…

      Antworten
    7. st. sagt:
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      1. Februar 2009

      Ich persönlich kann Spielebewertungen überhaupt nicht ausstehen. Gerade diese Gen haben sie lediglich Fanboy-Kriege heraufbeschworen (Mario Galaxy vs. GTA IV, GTA IV 360 vs. GTA IV PS3 usw. …). Für mich bleibt das lediglich nur eine Zahl, die zusammenfassen angibt, wie der Tester das Spiel empfunden hat. Wie diese Meinung entstanden ist und wie die verschiedenen Aspekte des Spieles gewichtet wurden, kann ich daraus nicht entnehmen. Was ist, wenn mir persönlich die Technik und Grafik sehr wichtig ist, dem Tester aber nicht? Da wird mich auch eine 90% Wertung nicht umstimmen können. Deshalb sollte zumindestens eine Pro-Kontra-Liste wie bei 4players dem Review beiliegen, damit kann man wenigstens schnell entnehmen, was dem Tester missfallen hat.

      Antworten
    8. Malte sagt:
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      2. Februar 2009

      Wertungssysteme sind doch immer noch haufenweise anzutreffen auch bei kleinen Onlineportalen. Das Spielehersteller jedoch mal nach schlechten Rezensionen etwas ungehalten sein können, ist schon nicht so weit hergeholt.. Wenn dann hintendrann noch irgendwo ne Werbung hängt.. dann wird es erst recht kritisch..

      ätzend das..

      Antworten
    9. Ben sagt:
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      3. Februar 2009

      So dusselig ich selbst numerale Bewertungen finde, so sehr kann ich verstehen warum es sie gibt.

      Unsere Gesellschaft ist einfach so ausdifferenziert dass es nicht für jeden möglich ist, sich über jedes Thema umfassend zu informieren. Darum gibt es den Drang sich einen Überblick zu verschaffen, Expertenwissen und vor allem deren Schlussfolgerungen komprimiert aufzunehmen und darauf basierend eigene Entscheidungen zu treffen.
      Ich kann den Familienvater, der ein Spiel kauft weil es eine hohe Bewertung bekommen hat gerne auslachen, oder die Leute die aufgrund der Oscarnominierungsanzahl glauben, Benjamin Button wird schon ein großartiger Film sein… aber das kann ich nur aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung und der damit verbundenen Ausbildung meines persönlichen Geschmacks. Möchte ich einen Kühlschrank kaufen oder einen Hubschrauber wäre ich hingegen froh wenn mir jemand sagt: Der Kühlschrank ist toll, der Hubschrauber ist mist ohne dass ich mich in Begrifflichkeiten einarbeiten muss. Ähnliches mit irgendwelchen Statistiken… wer möchte sich schon durch 1500 Seiten PISA-Dokumentation arbeiten?

      Ich glaube das Kernproblem sind nicht diese Bewertungen an sich, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Es fehlt einfach an Kompetenz die Absolutheit und wissenschaftliche Aura dieser Werte zu hinterfragen… eine Kompetenz die man vielleicht schon in der Schule stärker fördern sollte

      Antworten
      • Marc sagt:
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        4. Februar 2009

        Ben:

        Ich glaube das Kernproblem sind nicht diese Bewertungen an sich, sondern wie mit ihnen umgegangen wird. Es fehlt einfach an Kompetenz die Absolutheit und wissenschaftliche Aura dieser Werte zu hinterfragen… eine Kompetenz die man vielleicht schon in der Schule stärker fördern sollte

        Da kann ich dir zustimmen. Ich schrieb im Blogeintrag:

        Im Grunde liegt es am Leser selber wie stark ihn diese Wertung beeinflusst. Denn es ist ja nicht so, dass die Redakteure der Onlinemagazine zu den Zahlen keine Texte schreiben.

        Als Anhaltspunkt halte ich diese Bewertungen nach wie vor für Relevant. Alleine um sich einen Überblick zu verschaffen sind Zahlen ja keine schlechte Idee. Es liegt praktisch nur an uns wie sehr wir uns auf diese Zahlen verlassen bei der Entscheidung oder nicht. Nach dem selber Spielen ist man immer schlauer. Aber das kann man natürlich leider nicht immer.

        Zur Medienkompetenz und Förderungen anderer Kompetenzen in der Schule als bisher habe ich schon mal was geschrieben: Bildungslücke: Neue Medien

    10. Ben sagt:
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      3. Februar 2009

      Fu, nun landet meine Emailadresse im lustigen Spammoversum…

      Antworten
      • Marc sagt:
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        3. Februar 2009

        hab sie rausgenommen. Aber das URL-Feld ist eben nicht für eMail-Adresse gedacht.

    11. markus sagt:
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      6. Februar 2009

      Grundsätzlich finde ich Bewertungen von 1 bis 10 oder Schulnoten ganz gut.

      Anders ist es bei Bewertungen nach Prozentzahlen.
      Hier wird dem Leser vorgegaukelt, man könne Spiele auf ein Hundertstel genau bewerten. Das ist jedoch völliger Quatsch.
      Videospiele werden zum Großteil nach subjektiver Einschätzung bewertet. Dazu kommt, dass der Tester vermutlich noch nie bei einer Entwicklung eines Spiels dabei gewesen ist und er somit überhaupt nicht wissen kann, was man noch hätte verbessern können und was technisch unmöglich wäre.
      Er kann ein Spiel mit anderen Spielen vergleichen und versuchen dabei objektiv zu bleiben. Auf ein Hundertstel genau kann er es aber nicht bewerten.

      Antworten
      • Marc sagt:
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        6. Februar 2009

        Durch die feinere Unterteilung kann man aber meiner Meinung nach bestimmte Spiele mehr voneinander differenzieren. Spiel X hat eine 8.5 und Spiel Y hat eine 9.0. Übersetzt heißt das: Spiel Y empfand der Tester besser als Spiel X. Aber Du hast recht. Eine Skala von 0 bis 100 ist etwas zu fein.

      • markus sagt:
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        7. Februar 2009

        Ich bin der Meinung, dass man das differenzieren besser im Text beschreiben kann. In der Schule reicht ein System von 1 bis 6 doch auch völlig aus (plus und minus verfeinert das ganze nochmal), Stiftung Warentest macht es genauso und Filme werden meines Wissens auch nirgendwo in % bewertet.

        Eine Skala von 1 bis 100 wäre eigentlich nur Sinnvoll, wenn man wirklich feste Kriterien hat und die Bemessungen automatisch und wirklich Fehlerfrei ablaufen würden.
        Genau das ist aber bei Videospielen nicht gegeben, denn hier wird aus dem Bauch heraus getestet, was eine Bewertung auf ein Hundertstel genau eigentlich unmöglich macht.

        Ich achte schon lange nicht mehr auf die zweite Ziffer einer Bewertung. Alles was im 90er Bereich liegt kann man immer kaufen, im 80er Bereich eigentlich auch noch.
        Ob ein Spiel nun 91 oder 93% bekommt ist mir dabei egal.

        Warum gibt es dieses von 1 bis 100 System?
        Ich weiß es nicht. Vielleicht wirkt es professioneller und genauer, denn es erweckt immerhin den Anschein, dass es möglich ist, so genau testen zu können.

      • Jens sagt:
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        3. März 2009

        naja, eine reine objektivität wird es nie geben, da das eigene empfinden natürlich von stimmungslagen etc abhängig ist.

    12. TriadFish sagt:
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      9. Februar 2009

      Naja die Stiftung Warentest nutzt zwar auch das Schulnotensystem, drückt dieses aber auch durch dezimale Noten undzwar bis auf 2 Stellen hinter dem Komma (also z.B: 2,14 oder 3,68) aus. Hier gibt es also von 0,80 (sehr gut+) bis 6,00 (ungenügend) theoretisch sogar über 500 verschiedene Abstufungen. Da sind wir bei den Videospielen mit unseren 100 Notenstufen noch weit von entfernt. Ich denke 20 Notenstufen sollte man schon mindestens haben, um differenziert bewerten zu können. 100 sind vllt. wirklich zu viel, 10 oder gar nur 6 aber eindeutig zu wenig.

      Antworten
    13. Arkion sagt:
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      11. Februar 2009

      Wenn überhaupt ein Bewertungssystem dann das der Famitsu. Da kann man an hand der Noten der vier Rezensenten wenigstens ausmachen warum der eine dem Spiel eine 10 gibt und der andere eine 5 (Vorausgesetzt man weiß welche Art Spiele dem jeweiligen gefallen oder nicht)…

      Im Zeitalter des Internets sind Bewertungen aber so oder so von gestern, da sich eh durch die Meinungen vieler bekannt macht, welches Spiel eine Perle ist und welches nicht… Braid hat das Internet sicherlich bekannter gemacht als es irgendeine Wertung getan hätte/hat

      Antworten
    14. Louie sagt:
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      26. Februar 2009

      Schöne Diskussion und natürlich bin ich mal wieder sehr spät dabei ;-)

      Auf vgchartz haben wir gerade auch diese Diksussion: Wir veröffentlichen jetzt täglich mehr als eine Review und unser Problem sind vorallem die Leser, die regelrecht totalitäre Wertungssysteme fordern: Warum wird Call of Duty auf der Wii mit einer gleichen Grafik Wertung belohnt wie Call of Duty auf der 360? Eigentlich einfach: Die Wii hat einen schwächeren Prozessor und daher reizt das Spiel die Hardware nunmal auch aus.

      Auf der anderen Seite würde sich ein Spieler wohl auch fragen ob die Wii Version denn nun wirklich genauso gut ist und da wird es dann wieder schwierig. Aber im Endeffekt muss ein Test auch immer subjektiv sein, sonst kommt sowas wie das völlig vermurkste Wertungssystem der Gamestar heraus, das auf Teufel komm raus versucht Spiele nach völlig irrelevanten Gesichtspunkten zu beurteilen.

      Ein weiterer Aspekt der von Marc angesprochen wurde: Das Zielgruppen-Problem. Ganz allgemein: Wenn die meisten Reviews auf Gameranking darin übereinstimmen, dass Spiel X hervorragend ist liegt das zum großen Teil daran, dass Spieletester selbst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus dem Kreis der Hardcore-Gamer stammen, die Spiele für eine männliche Zielgruppe und mit viel Testosteron bevorzugen.

      Würde man meiner Freundin einen Test zu Gears of War vorsetzen würde Sie wahrscheinlich sagen: “So ein Mist. Jetzt soll ich mir das kaufen weil die Blutspritzer realistisch animiert sind? Was soll daran denn Spaß machen mit so einem idiotischen Typen auf irgendwelche Aliens zu ballern?”

      Das Problem ist doch vorallem, dass die Branche sich auf einige Kriterien zur Bewertung eines Spiels wirklich eingefahren hat. Und das sind dann auch noch welche, die hauptsächlich von der Zielgruppe “Core Gamer” als wichtig erachtet werden. Der durchschnittliche Bürger wird nämlich total kirre werden wenn die erste Werbung zu Wii Sports Resort im Fernsehen läuft aber die meisten (Online-) Spielemagazine werden dem Spiel trotzdem gnadenlos eine 6.0 reindrücken. Dabei ist das Spiel ja gar nicht dazu gedacht auf die Weise Spaß zu bereiten, welche der Tester anfordert.

      Das Ganze ist genau solange ok bis es dazu verwendet wird irgendwelche Dinge zu diffamieren. Wenn mir zum Beispiel einer sagt ich darf keinen Spaß mit meiner Wii haben wenn ich mit meiner Freundin Mario Kart Spiele, weil Gran Turismo ja “objektiv” das bessere Spiel sei, dann frag ich mich schon wohin das Ganze führen soll.

      Und übrigens: Seitdem ich weiß wie heftig die Publisher versuchen ihre Pressepartner zu beeinflussen nehme ich Reviews ohnehin nicht mehr komplett für voll, zumindest nicht die auf den meisten großen Seiten und ganz besonders nicht die ganz früh veröffentlichten. Die sind nämlich meistens durch das Versprechen einer hohen Wertung erkauft.

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