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Heute habe ich mehr im Scherz gesagt, dass Disziplin einer der Eckpfeiler meiner Existenz sei. Das ist auch nicht ganz falsch aber ich wurde von Ron darauf hingewiesen, dass »Disziplin« keine primäre Tugend sondern eine sekundäre Tugend sei. »Tugenden« kenne ich noch aus Ultima IX Ascension mit den 8 Glyphen der Tugend, die man suchen musste: Tapferkeit, Gerechtigkeit, Mitgefühl, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Opferbereitschaft, Ehre, Geistigkeit und Stolz. Ich bekam auch eine interessante Erklärung präsentiert, wie man überprüfen kann, ob eine Tugend eine primäre oder sekundäre Tugend ist.
Eine Maxime, die einen davon abhält ein Konzentrationslager zu führen, ist eine Primärtugend.
Somit wäre »Disziplin« keine Primärtugend denn damit könnte man wunderbar ein KZ führen. Mit »Demut« ist es praktisch unmöglich dies zu tun. Dementsprechend gehören »Disziplin« und »Ordnung« ab sofort nicht mehr zu den Eckpfeilern meiner Existenz. Und wieder was gelernt.
Weiterführende Links:
Glückwunsch! Da wäre Herr Dr. Engelen – Direx des Ev. Stift. Gynasiums und mein ehem. Pädagogiklehrer – sehr stolz auf Dich.
Jetzt stellt sich nur die Frage, was denn als Eckpfeiler Deiner Existenz an die Stelle von Disziplin und Ordnung tritt. Da bin ich wirklich gespannt drauf.
Oh, ich auch!
Ich fürchte das sind am Ende Gamer Score Punkte…
@Olga: Hast Du auch wieder was gelernt, oder bist Du auch gespannt?
@Nico: *rotflmaoastc*
Und Papa sagt: Dann hat mich das Thema ja doch nicht in Ruhe gelassen. Ich konnte einfach nicht glauben, dass eine “herrschende Lehrmeinung” sich zur Veranschaulichung auf nationalsozialistische Vergleiche stützt.
… und, siehe da, es ist ein Zitat aus dem politischen Raum!
Das Zitat möge bitte jeder für sich selbst bewerten
>>Berühmt ist eine Äußerung Oskar Lafontaines, der auf eine Sekundärtugenden lobende Äußerung Helmut Schmidts in einem Interview mit dem Stern vom 15. Juli 1982 sagte:
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sekund%C3%A4rtugend
Marc, es ist kaum zu verstehen, was du uns damit sagen willst. Einzig der Einwurf deines Vaters ist in der Diskussion bemerkenswert. In eine Diskussion um Ethik auf den Nationalsozialismus zurückgreifen zu müssen ist in der Tat unschön. Am grundlegenden Argument, dass Sekundärtugenden einen nicht davon abhalten unendlich grausame und aus den allermeisten Blickwinkeln verwerfliche Taten zu begehen ändert das aber wenig.
Ich habe doch noch gar nichts dazu gesagt. Das Beispiel kam auch nicht von mir sondern von Ron. Ich habe nur gesagt, Ordnung ein Eckpfeiler meiner Existenz sei. Und das mehr im Spaß. Daraus wurde dann diese Diskussion mit dem KZ-Beispiel das nicht von mir stammt.
Als Primärtugend würde ich mir in einer idealen Welt persönlich Ehrlichkeit als oberste Maxime setzten. Ordnung halte ich trotzdem nach wie vor für wichtig denn ich finde nur auf einem aufgeräumten Schreibtisch können wirklich geordnete Dinge entstehen.
Zu meiner Verteidigung: Den Vergleich zum Nationalsozialismus habe ich als Eselsbrücke benutzt und nicht als Definition. Außerdem habe ich nie behauptet, dass Sekundärtugenden per Definition unnotwendig seien. Das sie einen von verwerflichen Taten nicht abhalten macht sie in meinen Augen als existentiellen Eckpfeiler unbrauchbar. Nicht mehr – und nicht weniger.
-> ich bin auch sehr gespannt!
@ Nico:
Oh, oh, das hoffe ich nicht! ;)
Ehrlichkeit also?
Das Zitat von Herrn Lafontaine hätte ich an dieser Stelle auch eingeworfen. Obwohl es ehrlich gesagt ziemlich daneben war. Ordnung und Disziplin sind dennoch wichtige Tugenden aber natürlich kommt es immer darauf an, was man draus macht.
Am wichtigsten ist aber wahrscheinlich noch immer die goldene Regel:
“Was du nicht willst, was man dir tu, das füg’ auch keinem andern zu.”
Damit kann man recht schnell prüfen ob man eine andere Person zu Recht angreift oder nicht. Wenn zum Beispiel in Amerika mal wieder die Diskussion über Homosexuelle die Runde macht, dann kann man die Frage ob Homosexualität den christlichen Glauben angreift ganz leicht beantworten: Homosexualität ist keine Charaktereigenschaft (im herrkömlichen Sinne, natürlich werden homosexuelle Menschen teilweiße andere Erfahrungen als heterosexuelle Menschen machen) sondern ein Teil der Existenz eines einzelnen Individuums. Gegenfrage:
“Würdest du aufgrund eines Teils deiner Existenz gerne diffamiert werden?”
Als Beispiel der christliche Glauben:
“Würdest du gerne aufgrund deines Glauben diskriminiert werden?”
Die Antwort darauf wäre sicherlich nein.
Persönlich wäre die wichtigste Tugend also Mitgefühl. Aber nicht im christlichen Sinne, da ich dieses Mitgefühl für teilweise unehrlich halte. Aber das tut ja hier nichts zur Sache ;-)